Ein gospliger Ramadan
Morgen beginnt Ramadan, der Monat in dem Muslime fasten und wenn sie nicht fasten können, stattdessen einen Menschen so ernähren als wäre es eine Mahlzeit für sie selbst.
Ramadan hat im Westen sich als Monat verstanden indem tagsüber gehungert wird und abends zu viel gegessen wird. Das ist weit fern vom Geiste Ramadans.
Ramadan ist ein Erfrischungskurs im Islam. Einmal im Jahr kommt der Monat in dem man fastet. Aber was ist fasten? Fasten hat im Islam zwei Dimensionen, Leib und Seele. Wir verweigern das Essen und Trinken von der Morgendämmerung bis Sonnenuntergang. Doch dies ist nur die Hülle. Das Herz soll gereinigt werden. Man soll mehr beten und alles tun um so muslimisch wie möglich zu sein. Menschen helfen, Armen Almosen geben, die Zunge und die Hand zügeln, das Herz sänftigen, die Wut schlucken und stets dankbar sein.
Natürlich könnte man dies auch ohne das Hungergebot, doch der Mensch ist geplagt von einer Schwäche, es ist die Schwäche der Materie. Wenn ein Muslime also von Sonnenaufgang bis Nachmittags nichts gegessen hat und dann von jemanden auf der Straße provoziert wird, hat er die Wahl. Er kann seine Wut unterdrücken, dem Aggressor vergeben und ihm gutes wünschen, oder sich aufregen und eine ihm im Augenblick angemessene Antwort geben. Nur ist dem Muslime bewusst, dass er damit sein Fasten bricht und demzufolge einen anderen Tag nachfasten werden muss. Und wer will schon wieder so lange hungern. Deshalb wählt man die friedliche und islamische Weise. Der Koran ist das in der zweiten Sure klar. Muslime werden damit gekennzeichnet: "Und die ihre Wut unterdrücken, den Menschen verzeihen und Allah liebt die Guttuenden".
Gutes tun, Geduld haben, die Eltern ehren, den schwachen beistehen, nicht die Grenzen des geltenden Rechts überschreiten, stets dankbar sein, Leben retten, Leben für andere vereinfachen, den Mitmenschen wünschen, was man sich selbst wünscht. Und vor allem gute Worte sprechen. Ja gute Worte verbreiten, dass ist so etwas wie ein islamisches Obergebot. Und wenn man es übersetzen würde, dann wäre es "Gospeln", denn Gospel bedeutet, das gute Wort.
Der 24 und 26 Vers der 14 Sure aus dem Koran begleitet mich seit meiner Kindheit und ich möchte ihn hier übersetzen:
(14:24)
Hast du nicht gesehen, wie Allah dir ein Gleichnis vorgibt: "Ein gutes Wort ist wie ein guter Baum, seine Wurzeln sind fest und seine Zweige ragen in den Himmel
(14:25)
Er bringt seine Früchte immer wieder mit der Erlaubnis Allahs. Und Allah gibt den Menschen Gleichnisse, auf das sie sich Gedanken machen.
(14:26)
Und ein Gleichnis für ein boshaftes Wort ist das Gleichnis eines schlechten Baumes, der von der Erde abgerissen wurde und keinen Halt mehr hat.
Mögen wir alle nur gute Worte verbreiten und gute Taten vollbringen.
Im Ramadan war ich gewohnt Abends zur Moschee zu gehen, dort haben wir alle wie im Fest gebetet und dann zusammen was kleines gegessen. Im Ramadan freut man sich den Bedürftigen etwas zu geben und man sieht den Reichen den Armen dienen. Ramadan endet mit einem Fest, in dem hunderttausende Menschen zusammen morgens auf der Straße ein Gebet sprechen und danach überall feiern, da rennen die Kinder in bunten neuen Kleidern herum, die Frauen haben Töpfe mit leckeren Speisen auf den Parks und die Männer freuen sich ein neues Jahr zu beginnen. Ein fest, welches wenn auch sehr muslimisch für alle Ägypter von großer Bedeutung war. Da waren unsere christlichen Freunde stets mit feiern. Eine übliche Erscheinung! Ich erinnere mich, wie ich im koptischen Viertel bei einer Tour mit Staunen beobachtete, wie Frauen mit islamischen Kopftüchern sich eine eiserne Halskette im Keller anlegen. Man glaubt, dass der heilige Stefan dort gefesselt war. Eine typische koptische orthodoxe Weise, Segen zu erlangen, welche von den Muslimen vor Ort ebenfalls praktiziert wird.
Weise Atheisten sagen, dass das Christentum vom Judentum abgeschrieben haben, und das der Koran von der Bibel abgeschrieben hat. Der Koran sagt dagegen:
(2:285) Der Prophet (Mohammed) glaubt an das, was ihm herab gesandt worden ist, ebenso die Gläubigen. Alle glauben an Allah, an seine Engel, an seien Bücher und an seine Gesandten. Wir machen unter seinen Gesandten keinen Unterschied. Und sie sagen: "Wir hören und gehorchen. Gewähre uns Vergebung unser Herr und zu dir ist die Rückkehr"
Glaubensrichtungen sind wie ein Fluss mit vielen Zweigen. Jeder Zweig fließt durch ein anderes Feld und hat daher eine andere Farbe, der Hauptstrom dennoch speist alle Zweige.
Ich habe in etlichen Taufen und Gottesdiensten mit unserem Chor gegospelt und jedes Mal war ich erfüllt mir Freude. Nun lade ich den Gospelchor ein einen Monat zu fasten, und wer es nicht kann, versuche einen Monat jeden Tag einen Bedürftigen zu ernähren. Ich lade alle ein einen Monat lang darauf zu achten die Wut zu zügeln, den Mitmenschen zu achten und stets gutes zu tun und zu sprechen. Es ist wie ein Erfrischungskurs. Es ist wie beim Rollschuhlaufen, man kann danach nicht plötzlich aufhören, sondern muss langsam zum Stehen kommen. Und wenn man dann steht, dann ist schon wieder ein neuer Ramadan vor der Tür.
Ich wünsche Euch, meine liebe Gospelchorfamilie, und meinen Mitmenschen in Eberswalde und der Welt einen frohen Ramadan
Marwan
Ramadan hat im Westen sich als Monat verstanden indem tagsüber gehungert wird und abends zu viel gegessen wird. Das ist weit fern vom Geiste Ramadans.
Ramadan ist ein Erfrischungskurs im Islam. Einmal im Jahr kommt der Monat in dem man fastet. Aber was ist fasten? Fasten hat im Islam zwei Dimensionen, Leib und Seele. Wir verweigern das Essen und Trinken von der Morgendämmerung bis Sonnenuntergang. Doch dies ist nur die Hülle. Das Herz soll gereinigt werden. Man soll mehr beten und alles tun um so muslimisch wie möglich zu sein. Menschen helfen, Armen Almosen geben, die Zunge und die Hand zügeln, das Herz sänftigen, die Wut schlucken und stets dankbar sein.
Natürlich könnte man dies auch ohne das Hungergebot, doch der Mensch ist geplagt von einer Schwäche, es ist die Schwäche der Materie. Wenn ein Muslime also von Sonnenaufgang bis Nachmittags nichts gegessen hat und dann von jemanden auf der Straße provoziert wird, hat er die Wahl. Er kann seine Wut unterdrücken, dem Aggressor vergeben und ihm gutes wünschen, oder sich aufregen und eine ihm im Augenblick angemessene Antwort geben. Nur ist dem Muslime bewusst, dass er damit sein Fasten bricht und demzufolge einen anderen Tag nachfasten werden muss. Und wer will schon wieder so lange hungern. Deshalb wählt man die friedliche und islamische Weise. Der Koran ist das in der zweiten Sure klar. Muslime werden damit gekennzeichnet: "Und die ihre Wut unterdrücken, den Menschen verzeihen und Allah liebt die Guttuenden".
Gutes tun, Geduld haben, die Eltern ehren, den schwachen beistehen, nicht die Grenzen des geltenden Rechts überschreiten, stets dankbar sein, Leben retten, Leben für andere vereinfachen, den Mitmenschen wünschen, was man sich selbst wünscht. Und vor allem gute Worte sprechen. Ja gute Worte verbreiten, dass ist so etwas wie ein islamisches Obergebot. Und wenn man es übersetzen würde, dann wäre es "Gospeln", denn Gospel bedeutet, das gute Wort.
Der 24 und 26 Vers der 14 Sure aus dem Koran begleitet mich seit meiner Kindheit und ich möchte ihn hier übersetzen:
(14:24)
Hast du nicht gesehen, wie Allah dir ein Gleichnis vorgibt: "Ein gutes Wort ist wie ein guter Baum, seine Wurzeln sind fest und seine Zweige ragen in den Himmel
(14:25)
Er bringt seine Früchte immer wieder mit der Erlaubnis Allahs. Und Allah gibt den Menschen Gleichnisse, auf das sie sich Gedanken machen.
(14:26)
Und ein Gleichnis für ein boshaftes Wort ist das Gleichnis eines schlechten Baumes, der von der Erde abgerissen wurde und keinen Halt mehr hat.
Mögen wir alle nur gute Worte verbreiten und gute Taten vollbringen.
Im Ramadan war ich gewohnt Abends zur Moschee zu gehen, dort haben wir alle wie im Fest gebetet und dann zusammen was kleines gegessen. Im Ramadan freut man sich den Bedürftigen etwas zu geben und man sieht den Reichen den Armen dienen. Ramadan endet mit einem Fest, in dem hunderttausende Menschen zusammen morgens auf der Straße ein Gebet sprechen und danach überall feiern, da rennen die Kinder in bunten neuen Kleidern herum, die Frauen haben Töpfe mit leckeren Speisen auf den Parks und die Männer freuen sich ein neues Jahr zu beginnen. Ein fest, welches wenn auch sehr muslimisch für alle Ägypter von großer Bedeutung war. Da waren unsere christlichen Freunde stets mit feiern. Eine übliche Erscheinung! Ich erinnere mich, wie ich im koptischen Viertel bei einer Tour mit Staunen beobachtete, wie Frauen mit islamischen Kopftüchern sich eine eiserne Halskette im Keller anlegen. Man glaubt, dass der heilige Stefan dort gefesselt war. Eine typische koptische orthodoxe Weise, Segen zu erlangen, welche von den Muslimen vor Ort ebenfalls praktiziert wird.
Weise Atheisten sagen, dass das Christentum vom Judentum abgeschrieben haben, und das der Koran von der Bibel abgeschrieben hat. Der Koran sagt dagegen:
(2:285) Der Prophet (Mohammed) glaubt an das, was ihm herab gesandt worden ist, ebenso die Gläubigen. Alle glauben an Allah, an seine Engel, an seien Bücher und an seine Gesandten. Wir machen unter seinen Gesandten keinen Unterschied. Und sie sagen: "Wir hören und gehorchen. Gewähre uns Vergebung unser Herr und zu dir ist die Rückkehr"
Glaubensrichtungen sind wie ein Fluss mit vielen Zweigen. Jeder Zweig fließt durch ein anderes Feld und hat daher eine andere Farbe, der Hauptstrom dennoch speist alle Zweige.
Ich habe in etlichen Taufen und Gottesdiensten mit unserem Chor gegospelt und jedes Mal war ich erfüllt mir Freude. Nun lade ich den Gospelchor ein einen Monat zu fasten, und wer es nicht kann, versuche einen Monat jeden Tag einen Bedürftigen zu ernähren. Ich lade alle ein einen Monat lang darauf zu achten die Wut zu zügeln, den Mitmenschen zu achten und stets gutes zu tun und zu sprechen. Es ist wie ein Erfrischungskurs. Es ist wie beim Rollschuhlaufen, man kann danach nicht plötzlich aufhören, sondern muss langsam zum Stehen kommen. Und wenn man dann steht, dann ist schon wieder ein neuer Ramadan vor der Tür.
Ich wünsche Euch, meine liebe Gospelchorfamilie, und meinen Mitmenschen in Eberswalde und der Welt einen frohen Ramadan
Marwan
Aktualisiert (Dienstag, den 02. August 2011 um 18:58 Uhr)



