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Mein erster Tag in Kairo

Heute habe ich den Egyptair-Flug Nr. 0732 um 15:30 Uhr nach Kairo genommen.  Zwei Koffer darf man nun mitnehmen, jeweils mit 23 Kg. Ich habe einmal 21.1 und einmal 21.2 Kg vollgepackt.  Davon 20 Kg Schockolade, Gummibärchen, saure Äpfel und alles was es auch in Kairo gibt, aber aus Deutschland geschenkt besser schmeckt und mehr Freude macht.

Am Flughafen in Schönfeld bekam ich ein eigenartiges Gefühl, welches man nur verstehen kann, wenn man so lange wie ich im Tourismus beschäftigt war. Ich saß also da und dachte ich bin auf der Arbeit. So ein Gefühl wie, dort sind die Menschen denen du was zeigen wirst und hier bist du der für sie verantwortlich bin, dabei war ich nur ein Reisender wie jeder anderer. Aber nach hunderten von Touren, auch wenn über eine Dekade her, wird man dieses Gefühl einfach nicht los.

Der Flug war äußerst angenehm. Vor allem die Flugbegleiter, bestanden darauf mich ständig in Englisch anzusprechen, auch wenn ich Arabisch antwortete.  Hat mein Verweilen in Deutschland mich denn so verändert?  Als feststand, dass ich Ägypter bin, kam der eine mit einem Papier an, welches er in Deutsch ausfüllen soll, und der andere lud mich zum Kaffee ein. Die Zeit ging schnell vorbei.

Neben mir saß eine deutsche Tierärztin aus Scharm El-Scheikh, die wie sich ergab meine Schwester kannte.

Und so kamen wir 19:10 Uhr an, auch wenn die Koffer erst um 20:00 Uhr auf dem Fließband erschienen.

Im Flughafen selbst lief alles super, auch wenn ich keinen ägyptischen Pass mehr habe, so durfte ich problemlos ohne Visum ins Land, da ich lebenslänglich Ägypter kraft Verfassung bleibe.  Doch die Gesichter der Polizeibeamten! Ich wußte sofort, nun bist du in Ägypten. Schon vor 12 Jahren schauten sie so düster und heute noch düsterer seit sie durch die Revulotion in Verrufung geraten sind.

Moshira vor HausKaum vor der Tür:"Taxi Sir", aber dann war doch meine liebe Schwester da.  Ich war also bereit für eine sehr lange Fahrt durch Kairo bis ich zu Maadi kommen würde, wo Moshira in der Wohung meines Bruders lebt, der in Saudi Arabien derzeit ist.  Doch es dauerte keine 30 Minuten, denn in meiner Abwesenheit wurde ein neuer Flughafen gebaut und ein Ring um Kairo, so dass man nicht mehr die Tortur durch die Stadt hat.  Am chaotischen Fahren meiner Landsleute hat sich nichts geändert. Auch nicht an der stickigen Luft von Kairo.  Ich bin gespannt wie es bei Tageslicht aussieht. 

Lustigerweise war mein erster Gedanke bei den Löchern in der Straße: "Oh Gott, was machen die im Winter", dabei fällt hier kein Schnee!

Auf dem Balkon fand ich den Tisch aus der Wohnung meines Vaters, welche letztes Jahr verkauft wurde. Ich dachte mir kurz, oh Gott, hat meine Schwester diesen Tisch bis Deutschland getragen. Aber ich saß ja in Kairo.  Ich bin es nun so gewohnt, dass meine Schwester in Deutschland ist, dass ich kurz vergaß wo ich bin.

DSCN1805Morgen ist Sonntag, vielleicht schaffe ich es dann zum koptischen Viertel. Dabei ein paar Flyer vom Chor, 5 CD's aus der Amerika-Tour und viel Hoffnung den Ansprechpartner für unser Projekt zu finden.

Bis jetzt scheint alles einfacher zu sein, als ich angenommen habe. Ich meine, dass es für mich leichter scheint in der Heimat nach so langer Zeit zu sein.  Ob Noah schon Gitarre geübt hat? Ich vermisse schon meine Familie und werde am Mittwoch meinen Chor auch vermissen.

Aktualisiert (Sonntag, den 09. Oktober 2011 um 00:04 Uhr)

 

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