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Dinge, über die man sich so seine Gedanken macht

Heute Morgen erreichte mich eine E-Mail, die mir doch echt zu denken gab. Durch die großen Medien wie Zeitungen, TV oder Radio hört bzw. liest man immer von Menschen, welche sich in einer Art von "Warteposition" befinden, für die deutsche Staatsbürgerschaft. In dem folgenden Text betrifft das eine Person. Nun kann man vielleicht sagen: "Ja, das passiert aber nicht, hier bei uns." ... Aber lest am besten selber.

Himmelfahrtskommando nach Kamerun!

Als am Dienstag, den 27.04. das Telefon im Pfarramt Joachimsthal klingelte, waren für William Elokobi Oben alle Hoffnung auf ein gutes Ende seines Aufenthaltes in Deutschland beendet. Nach 10 Jahren im Übergangswohnheim Althüttendorf hatte die Ausländerbehörde seine sofortige Abschiebung organisiert. Schon am Donnerstag rief er aus Duala, Kamerun bei uns an. Die Nachricht der Abschiebung traf uns, die Gemeindeglieder wie ein Schock. Herr Oben war regelmäßiger Besucher unserer Gottesdienste und auch sonst in der Kirchengemeinde aktiv. Er sprach gut deutsch, war bei den Jungen wegen seiner Sportlichkeit und bei den Alten wegen seiner Höflichkeit beliebt und geachtet. Für uns alle kam die Abschiebung völlig überraschend. Obwohl wir schnell nach Althüttendorf gefahren sind, gab es keine Gelegenheit, sich zu verabschieden, ihm Segen zu wünschen oder mit ihm zu sprechen. Die Behörden standen unter Zeitdruck. Die Situation im Heim war bedrückt und angespannt. Herr Oben war verzweifelt und beteuerte wiederholt seine Ehrlichkeit. Erschreckte Frauen und weinende Kinder machten alles noch schwieriger.

Ja, nach geltendem Recht war alles in Ordnung. Und doch bleibt das ungute Gefühl, dass hier Unrecht im Namen des Rechtes geschehen ist. Fast jede Tat und jeder Vertrag hat juristisch eine Verjährung. 10 Jahre sind zu lang für einen Übergang, der jeden Tag mit der Abschiebung enden kann. Es sind 10 Lebensjahre eines Menschen, der in seiner Heimat Schlimmes erlebt hat und dann hier unter miserablen Bedingungen mit Wertgutscheinen in den Baracken des ÜWH Althüttendorf gelebt hat. Er hatte niemals das Recht zu arbeiten oder den Barnim zu verlassen. Hätte er nach 10 Jahren Integration nicht doch ein Recht, bei uns zu bleiben? Was erwartet ihn jetzt in Kamerun? Wir fürchten uns für ihn, weil wir ihn lieb gewonnen haben und weil er zu uns gehört.

Pfrin. Beatrix Spreng

 

Da macht man sich so seine Gedanken darüber oder?!

Gruß Michi

Aktualisiert (Freitag, den 04. Juni 2010 um 08:38 Uhr)

 

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